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Für die Kinder, die nach uns kommen

Ich kämpfe seit vielen Jahren für die Rechte queerer Menschen – auf der Straße, in den Medien, in der Politik. Und ich habe dabei eines gelernt: Sichtbarkeit verändert die Welt. 
 

Als Mitgründer der Initiative „Enough is Enough!“ habe ich 2013 mitgeholfen, eine der größten LGBTIQ*-Bewegungen im deutschsprachigen Raum aufzubauen. Unsere Kampagnen erreichten Hunderttausende – online und offline, in Deutschland und weit darüber hinaus: von Russland bis Kenia, vom Libanon bis Taiwan. Besonders sichtbar wurde unser Protest 2014 mit der 15-tägigen Mahnwache „Rainbow Flame“ am Potsdamer Platz – ein Zeichen gegen queerfeindliche Gewalt in Russland und weltweit.
 

Ich bin überzeugt: Queerpolitik ist Menschenrechtspolitik. Und sie darf nicht nur in Nischen geführt werden. Deshalb spreche ich – in meinen Beiträgen, in Interviews und auf Podien – nicht nur für die queere Community, sondern gerade auch mit ihr. Beruflich als Queerbeauftragter der Berliner Landesregierung. Und hier privat als schwuler Mann, als Sozialdemokrat.

 

Erfahrung habe ich als Bundesvorstandsmitglied des LSVD, als persönlicher Referent der Berliner Innensenatorin, als Referent der SPD-Vorsitzenden Saskia Esken gesammelt.​

In meinem Aktivismus bin ich der queeren Community verpflichtet – aber auch der gesamten Stadt. Berlin ist die Regenbogenhauptstadt.

Das ist ein Versprechen. Und ein Auftrag. Ich arbeite jeden Tag daran, dass queere Menschen in Berlin sicher, sichtbar und gleichberechtigt leben können – unabhängig von ihrer sexuellen und geschlechtlichen Identität.

Ich kenne viele Realitäten queerer Menschen in unserem Land. Und ich weiß, wie eng ihre Kämpfe mit anderen Kämpfen verbunden sind: gegen Rassismus, gegen Klassismus, gegen soziale Ausgrenzung. Ich bin der Sohn italienischer Gastarbeiter, geprägt von Brüchen und Widersprüchen. Vielleicht kämpfe ich deshalb mit so viel Leidenschaft für Gerechtigkeit – auch, weil ich selbst lange nicht wusste, ob ich jemals einen Platz in dieser Gesellschaft, in diesem Deutschland haben darf.

 

Ich weiß, was es heißt, verletzt zu werden – durch Worte, durch Schweigen, durch Gesetze. Und ich weiß, was es bedeutet, sich selbst zurückzuhalten, um nicht zu viel zu sein. Zu laut, zu queer, zu politisch. Heute halte ich dagegen. Für all jene, die sich nicht mehr verstecken wollen. Und für jene, die das noch immer müssen.

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Was ich heute weiß: Ich will mit meiner Stimme Brücken bauen. Für die, die noch zu oft übersehen werden. Für die, die nach uns kommen. Und für das, was uns alle verbindet: das Recht, frei und sicher zu leben – egal, wen wir lieben, wie wir heißen oder woher wir kommen.

Debattenbeiträge
im Blog

Oft fehlen mir einfach die Worte. Deswegen schreibe ich sie auf.

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